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      26. November 2018, Lechwerke AG

      Kalte Nahwärme: Stadtwerke Friedberg und Lechwerke setzen innovatives Energiekonzept um

      Im Friedberger Neubaugebiet an der Afrastraße wird „kalte Nahwärme“ jetzt Realität

       

      Im Auftrag der Stadtwerke Friedberg haben die Lechwerke (LEW) ein zukunftsweisendes Energiekonzept umgesetzt: Das Neubaugebiet an der Afrastraße in Friedberg hat ein „kaltes Nahwärmesystem“ erhalten: Alle geplanten fast 250 Wohneinheiten können damit besonders energieeffizient und klimaschonend mit Heizwärme und Warmwasser versorgt werden. 

      Andreas Feldmann, Leiter Energiedienstleistungen bei LEW, erläutert Holger Grünaug, Leiter der Stadtwerke Friedberg, Bürgermeister Roland Eichmann, Bauunternehmer Alois Kolper und LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher die Funktionsweise der kalten Nahmewärme (v.l.n.r.)
      Andreas Feldmann, Leiter Energiedienstleistungen bei LEW, erläutert Holger Grünaug, Leiter der Stadtwerke Friedberg, Bürgermeister Roland Eichmann, Bauunternehmer Alois Kolper und LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher die Funktionsweise der kalten Nahmewärme (v.l.n.r.) (Quelle: LEW / Hochgemuth)
      Über die Heizzentrale wird das gesamte Neubaugebiet an der Afrastraße in Friedberg effizient und klimafreundlich mit Umweltwärme versorgt.
      Über die Heizzentrale wird das gesamte Neubaugebiet an der Afrastraße in Friedberg effizient und klimafreundlich mit Umweltwärme versorgt. (Quelle: LEW / Hochgemuth)
      Über einen Wärmetauscher wird die Umweltwärme aus dem Grundwasser in den Solekreislauf gespeist. Funktionsschema: Die Wärmepumpen in den Gebäuden sind an einen Solekreislauf angeschlossen, den sie  für die dezentrale Wärmeerzeugung nutzen.
      Über einen Wärmetauscher wird die Umweltwärme aus dem Grundwasser in den Solekreislauf gespeist. (Quelle: LEW / Hochgemuth)

      Kalte Nahwärme Friedberg Schema
      Funktionsschema: Die Wärmepumpen in den Gebäuden sind an einen Solekreislauf angeschlossen, den sie für die dezentrale Wärmeerzeugung nutzen. (Quelle: LEW / Hochgemuth)

      „Mit dem kalten Nahwärmenetz schaffen wir eine ökologisch wie wirtschaftlich hocheffiziente Infrastruktur. Dank des innovativen Energiekonzepts, das die Lechwerke für uns entwickelten, bringen wir Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Stadt Friedberg weiter voran“, sagt Friedbergs Erster Bürgermeister Roland Eichmann. Das Nahwärmenetz ist bereits jetzt betriebsbereit und kann erste Gebäudekomplexe des rund 30.000 qm großen Neubaugebiets gleich nach ihrer Fertigstellung mit Umweltwärme zu versorgen. Die Stadtwerke Friedberg sind Bauherrin des Vorhabens, tragen die Investitionen und haben die Lechwerke mit der Umsetzung beauftragt.

       

      Im Unterschied zu einem klassischen Nahwärmenetz geht bei der kalten Nahwärme auf dem Weg durch die Leitungen so gut wie keine Energie verloren. Herkömmliche Nahwärmesysteme erzeugen die Wärme zentral, zum Beispiel in einem kleinen Heizkraftwerk und verteilen die hohen Temperaturen dann über Rohre an die Gebäude. Der Wärmeverlust auf dem Weg dorthin ist also hoch. Das kalte Nahwärmenetz dagegen transportiert die aus Grundwasser gewonnene und mit rund 10° Celsius vergleichsweise niedrige Umweltwärme zu den Häusern, sodass keine Wärmeverluste entstehen können. Erst dort erzeugen Wärmepumpen daraus Heizwärme und Warmwasser.

       

      „Das Konzept der kalten Nahwärme erreicht Spitzenwerte bei Energieeffizienz und CO2-Einsparung“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher. „Es ist ein weiterer, wichtiger Baustein der Wärmewende, also der klimaschonenden Versorgung von Gebäuden mit Heizwärme und Warmwasser. So bringen wir den Umbau des Energiesystems voran.“

       

      Ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll

      Das Konzept des kalten Nahwärmesystems war von LEW-Experten für nachhaltige Energieerzeugung entwickelt worden. Anschließend führte LEW im Auftrag der Stadtwerke Friedberg eine Machbarkeitsstudie durch. Ihre Ergebnisse bestätigen, dass die Realisierung im Neubaugebiet an der Afrastraße nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich besonders sinnvoll ist.
      Zur Realisierung des Projekts legten die Stadtwerke Friedberg im Neubaugebiet an der Afrastraße drei Entnahme- und zwei Schluckbrunnen an. Ähnlich wie bei Brunnen für die Gartenbewässerung ist dabei eine Tiefe von sechs bis zehn Metern völlig ausreichend. Außerdem errichteten die Stadtwerke Friedberg ein Funktionsgebäude mit der Übergabestation. Die darin installierten Wärmetauscher übertragen die Umweltwärme des Grundwassers an den Solekreislauf des Verteilnetzes. Die Leitungen bis zu jedem Grundstück wurden bereits während der Erschließung des Neubaugebietes verlegt.

       

      Energie aus Grundwasser effizient nutzen

      Für die Bauherren im Neubaugebiet an der Afrastraße hat die Einrichtung des Nahwärmesystems drei wesentliche Vorteile: Erstens können sie die vorhandene Umweltenergie des Grundwassers nutzen, ohne dafür selbst eigene Brunnen bauen zu lassen: Um Heizwärme und Warmwasser für ihr Haus zu erzeugen, genügt es also, eine elektrisch betriebene Wärmepumpe an das Nahwärmenetz anzuschließen. Aus einer Kilowattstunde Stromverbrauch durch den Betrieb der Wärmepumpe werden so etwa vier bis fünf Kilowattstunden Wärmeenergie erzeugt. Bauherren erfüllen damit die Anforderungen der Energiesparverordnung und können zweitens staatliche Förderungen in Anspruch nehmen. Und drittens: Auch beim Strom, den das Heizsystem benötigt, können sie ihre Energiekosten weiter optimieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Erzeugen sie mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Hauses eigenen Strom, lässt sich dieser unmittelbar für den Betrieb der Wärmepumpe nutzen.

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