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    17. Mai 2016, Lechwerke AG

    Wärmeversorgung Schwaben errichtet Power-to-Heat-Anlage in Königsbrunn

    Pilotanlage an Regelenergiemarkt angebunden

     

    Die Wärmeversorgung Schwaben (WVS) hat in ihrer Heizzentrale in Königsbrunn eine Pilotanlage errichtet, die Strom in Wärme umwandelt. Die sogenannte Power-to-Heat-Anlage ermöglicht es, überschüssigen Strom für die Wärmeerzeugung zu nutzen und damit das Stromnetz zu stabilisieren. WVS nimmt mit der neuen Anlage am Regelenergiemarkt teil und speist die erzeugte Wärme in das angeschlossene Wärmenetz in Königsbrunn ein.

    WVS-Mitarbeiter Erwin Höß in der Heizzentrale Königsbrunn: Die sogenannte Power-to-Heat-Anlage ermöglicht es, überschüssigen Strom für die Wärmeerzeugung zu nutzen und damit das Stromnetz zu stabilisieren.
    WVS-Mitarbeiter Erwin Höß in der Heizzentrale Königsbrunn: Die sogenannte Power-to-Heat-Anlage ermöglicht es, überschüssigen Strom für die Wärmeerzeugung zu nutzen und damit das Stromnetz zu stabilisieren. (Quelle: LEW / Wolfgang Müller)

    Durch die Zunahme der erneuerbaren Energien und die wachsende Anzahl dezentraler Anlagen kommt es teilweise zu starken Schwankungen bei der Stromeinspeisung. Damit das Stromnetz trotzdem stabil bleibt, müssen Erzeugung und Verbrauch möglichst flexibel sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei Technologien wie Power to heat: Mit überschüssigem Strom, zum Beispiel aus Wind, Sonne oder Biomasse, kann die Anlage Wasser erwärmen, das zur Wärmeversorgung genutzt wird. Mit der neuen Power-to-Heat-Anlage in Königsbrunn stellt WVS negative Sekundärregelleistung bereit. Übertragungsnetzbetreiber benötigen diese Regelleistung, damit bei einem unvorhergesehenen Überangebot an Strom das Netz kurzfristig entlastet werden kann. Jedes Mal, wenn die Pilotanlage in Königsbrunn diesen überschüssigen Strom auf Abruf abnimmt, erhält sie dafür eine Vergütung. Wenn die Anlage in die Vermarktung kommt, wird zusätzlich schon für die Bereitschaft jederzeit Strom abnehmen zu können, ein Leistungspreis vergütet.

     

    „Power to Heat kann flexibel eingesetzt werden und leistet damit einen wichtigen Beitrag für den sicheren Betrieb unseres Stromnetzes. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wird diese Technologie in den nächsten Jahren immer wichtiger werden“, sagt Andreas Feldmann, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Schwaben. „Gleichzeitig können wir damit überschüssigen Ökostrom auch im Wärmesektor gezielt einsetzen und den Klimaschutz weiter voranbringen.“

     

    Hinter der Power-to-Heat-Anlage steckt ein Elektroheizkessel, der maximal 600 Kilowatt Sekundärregelleistung zur Verfügung stellen kann. Die Anlage wird über den Regelenergie-Pool der LEW vermarktet. Erfolgt ein Regelenergieabruf, wird sie vollautomatisch durch ein externes Signal innerhalb von weniger als fünf Minuten auf die angeforderte Leistung gefahren.

     

    Mit der erzeugten Wärme wird das angeschlossene Wärmenetz mit 60 Grad Vorlauftemperatur versorgt. Sollte im Moment des Regelenergieabrufs keine Wärme im Netz benötigt werden, fließt die Energie in einen bereits vorhandenen 50 Kubikmeter großen Speicher.

     

    Die Power-to-Heat-Anlage wurde im Herbst 2015 errichtet. Im Anschluss durchlief sie eine Testphase, in der sie vom Übertragungsnetzbetreiber für Sekundärregelleistung präqualifiziert wurde. Seit Dezember 2015 läuft die Anlage im Regelbetrieb.

     

    Die Wärmeversorgung Schwaben GmbH (WVS) gehört zur LEW-Gruppe. Seit ihrer Gründung 1984 betreibt WVS mehrere Wärmeanlagen und versorgt damit über 700 Haushalte an den Standorten Königsbrunn, Günzburg und Rain am Lech mit Wärme. Die LEW-Gruppe ist als regionaler Energieversorger in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter. LEW versorgt Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom und Gas und bietet ein breites Angebot an Energielösungen. Die LEW-Gruppe betreibt das Stromverteilnetz in der Region und ist mit 36 Wasserkraftwerken einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. Außerdem bietet LEW Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung und Telekommunikation an. Die Lechwerke AG (LEW) gehört zur RWE-Gruppe.

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