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      12. Oktober 2017, Lechwerke AG

      Umweltschutz beim Leitungsbau

      Lechwerke schaffen bei Buttenwiesen Ausgleichsflächen auf Vorrat – 110 Hektar Niedermoor werden renaturiert – erste Maßnahmen für das Ökokonto Nord sind umgesetzt

       

      Mit dem Projekt „Ökokonto Nord“ haben die Lechwerke (LEW) und die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben ein neues Konzept entwickelt, um große, zusammenhängende Ausgleichsflächen zu schaffen. Auf einer Fläche von insgesamt 110 Hektar in der Nähe von Buttenwiesen im Landkreis Dillingen an der Donau setzt LEW derzeit gemeinsam mit einem Landschaftsarchitekten ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Renaturierung des Niedermoors um. Mit dem Konzept des Ökokontos geht LEW neue Wege bei naturschutzrechtlichen Ausgleichsverpflichtungen.

      (v.l.) Anton Burnhauser von der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben, Stefan Huggenberger, Projektleiter Genehmigungsverfahren bei der LEW Verteilnetz GmbH, und Landschaftsarchitekt Georg Dinger stellen das Projekt Ökokonto Nord vor, bei dem 110 Hektar Niedermoor renaturiert werden.
      (v.l.) Anton Burnhauser von der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben, Stefan Huggenberger, Projektleiter Genehmigungsverfahren bei der LEW Verteilnetz GmbH, und Landschaftsarchitekt Georg Dinger stellen das Projekt Ökokonto Nord vor, bei dem 110 Hektar Niedermoor renaturiert werden. (Quelle: LEW / Michael Hochgemuth)
      Durch spezielle Aussaatverfahren, wie zum Beispiel der Mahdgutübertragung, sollen in dem Gebiet wieder artenreiche Wiesen entstehen.
      Durch spezielle Aussaatverfahren, wie zum Beispiel der Mahdgutübertragung, sollen in dem Gebiet wieder artenreiche Wiesen entstehen. (Quelle: LEW)

      Bei Eingriffen in die Natur und in das Landschaftsbild, etwa durch den Bau von Strommasten oder die Erneuerung von Leitungen, sind die Lechwerke, so wie andere Vorhabenträger auch, laut dem Bayerischen Naturschutzgesetz zu ökologischem Ausgleich verpflichtet. 
      Oft lässt sich der Ausgleichsbedarf jedoch nicht vor Ort umsetzen, weil dafür geeignete Flächen fehlen. Zudem bringen einzelne isolierte Maßnahmen nur wenig für die Natur. Hier setzt das neue Konzept an: Anstatt wie bisher viele einzelne und kleinteilige Ausgleichsflächen zu schaffen, wird im Projekt „Ökokonto Nord“ in den nächsten Monaten ein großes, zusammenhängendes Gebiet nach einem zusammen mit den Naturschutzbehörden erarbeiteten Konzept renaturiert. „Bei unserem Ökokontokonzept schaffen wir Ausgleichsflächen auf Vorrat und können dann Wertpunkte abbuchen, wenn aufgrund einer Baumaßnahme ökologischer Ausgleich geschaffen werden muss“, erklärt Stefan Huggenberger, Projektleiter Genehmigungsverfahren bei der LEW Verteilnetz GmbH. „Dieses Prinzip hat nicht nur für uns Vorteile, sondern vor allem für den Naturschutz: Größere Flächen können naturschutzfachlich sinnvoll entwickelt werden und es entsteht schon jetzt großflächig renaturierter Lebensraum für die heimische Flora und Fauna.“

       

      Konzept bereits in Apfeldorf erprobt

      Als Pilotprojekt hat LEW dieses Konzept bereits von 2010 bis 2012 mit dem Ökokonto Süd bei Apfeldorf im Landkreis Landsberg erprobt. Dort wurde auf einer knapp zehn Hektar großen Fläche ein zusammenhängendes Maßnahmenpaket umgesetzt, um das beeinträchtigte Hochmoor zu renaturieren. Für Projekte im Naturraum südliches Alpenvorland wurden von diesem Konto bisher etwa 40 Prozent abgebucht.

       

      Die Lechwerke gleichen mit dem Ökokonto Nord Bauvorhaben im Naturraum Iller-Lech-Schotterplatten aus. Ein Teil der insgesamt 110 Hektar großen Fläche liegt westlich von Buttenwiesen (Unterthürheimer Ried), der andere Teil nordöstlich davon (Lauterbacher Ruten). Bisher wurden diese Flächen überwiegend als Acker- oder Grünlandflächen genutzt.

       

      Die ersten Renaturierungsmaßnahmen haben nun im Unterthürheimer Ried begonnen. Das Ziel der Erdarbeiten ist die Wiedervernässung des Niedermoors und die Ansiedlung heimischer Pflanzenarten. Ende September bekamen die bearbeiteten Ackerflächen eine Ansaat. „Durch spezielle Aussaatverfahren, wie zum Beispiel Heudrusch oder Heumulch, sollen wieder artenreiche Wiesen entstehen“, erklärt Landschaftsarchitekt Georg Dinger. „Damit schaffen wir auch Lebensräume für eine Vielzahl an Tierarten. Als Indikatorartengruppe dienen hier wiesenbrütende Vogelarten, die nur mit den passenden Habitatstrukturen mit Erfolg brüten können.“

       

      Zwei bis drei Jahre werden die Renaturierungsmaßnahmen im Unterthürheimer Ried dauern. Das Maßnahmenkonzept für die Lauterbacher Ruten ist noch nicht abschließend festgelegt. Die Umsetzung hierfür ist im Zeitraum 2018 und 2019 geplant.

       

      400 Hektar Ökoflächen auf 4.200 Hektar Flurneuordnungsgebiet entstanden

      Das Projekt „Ökokonto Nord“ konnte durch die Flurneuordnung Buttenwiesen realisiert werden. Dabei konnten größere zusammenhängende Bereiche mit Zielrichtung Naturschutz gebildet werden. LEW ist einer von acht Trägern und hat in das Verfahren größtenteils hochwertiges Ackerland eingebracht und sich dafür feuchte, minderwertige Lagen zuteilen lassen. Auch andere Beteiligte, wie der Landkreis Donau-Ries, der Bund Naturschutz oder der Landesbund für Vogelschutz haben entsprechend an dem Verfahren teilgenommen. Sie alle tragen in der Flurneuordnung dazu bei, dass hier ein Schwerpunkt für den Naturschutz im Donauried entsteht. Auf insgesamt 4.200 Hektar Flurneuordnungsgebiet sind so rund 400 Hektar Ökoflächen entstanden, die auf die unterschiedlichen Träger aufgeteilt sind.

       

      Die LEW-Gruppe ist als regionaler Energieversorger in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter. LEW versorgt Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom und Gas und bietet ein breites Angebot an Energielösungen. Die LEW-Gruppe betreibt das Stromverteilnetz in der Region und ist mit 36 Wasserkraftwerken einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. Außerdem bietet LEW Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung und Telekommunikation an. Die Lechwerke AG gehört zu innogy SE, dem führenden deutschen Energieunternehmen.

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