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    16. November 2018, LEW Verteilnetz GmbH

    Projekt LINDA mit Bayerischem Energiepreis ausgezeichnet

    LEW Verteilnetz und Partner haben Konzept zur Notstromversorgung mit dezentralen Erzeugungsanlagen entwickelt – Aufbau eines stabilen Inselnetzes mit erneuerbaren Energien

     

    Das Projekt LINDA (Lokale Inselnetzversorgung und beschleunigter Netzwiederaufbau mit dezentralen Erzeugungsanlagen bei großflächigen Stromausfällen) hat den Bayerischen Energiepreis 2018 in der Kategorie „Energieerzeugung – Strom, Wärme“ gewonnen. Das Konzept der LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und ihrer Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft erschließt dezentrale Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien für die Notstromversorgung kritischer Infrastrukturen. Das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro spendet LVN zu gleichen Teilen an die Hochschule Augsburg und die Technische Universität München.

    Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Ministerialdirigent Rudolf Escheu übergeben den Bayerischen Energiepreis an LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher und Prof. Dr. Michael Finkel vom Projektpartner Hochschule Augsburg.
    Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Ministerialdirigent Rudolf Escheu übergeben den Bayerischen Energiepreis an LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher und Prof. Dr. Michael Finkel vom Projektpartner Hochschule Augsburg. (Quelle: Bayern innovativ / Silvia Wawarta)

    Schematische Darstellung des LINDA-Konzepts
    Schematische Darstellung des LINDA-Konzepts (Quelle: LVN)

    Das LINDA-Projektteam testete im abschließenden dritten Feldversuch, ob das Konzept des Inselnetzbetriebs um zusätzliche Erzeugungskapazität erweiterbar ist und stabil betrieben werden kann.
    Das LINDA-Projektteam testete im abschließenden dritten Feldversuch, ob das Konzept des Inselnetzbetriebs um zusätzliche Erzeugungskapazität erweiterbar ist und stabil betrieben werden kann. (Quelle: LVN / Michael Hochgemuth)

    Das Wasserkraftwerk Feldheim am Lech spielte eine zentrale Rolle bei dem Feldversuch.
    Das Wasserkraftwerk Feldheim übernahm während der Feldversuche die Führung im Inselnetz und gab die Frequenz für die dezentralen Erzeugungsanlagen vor. (Quelle: LVN / Timian Hopf)

    „Das Projekt LINDA haben wir in enger und guter Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg und der TU München konzipiert und umgesetzt“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher. „Es ist beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Jeder hat seine Stärken eingebracht, um gemeinsam echten Mehrwert zu schaffen. Die Erkenntnisse aus dem Projekt bringen uns auf dem Weg in die Energiezukunft ein weiteres Stück voran.“

     

    Mit Erneuerbaren die Notstromversorgung sichern

    Hintergrund des Projekts: Ein langandauernder, großflächiger Stromausfall kann in unserer modernen Gesellschaft gravierende Folgen haben. Die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und ihre Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft haben im Projekt LINDA bewiesen, dass dezentrale Erzeugungsanlagen, wie Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerke oder Biogasanlagen, zur Notstromversorgung im Blackout-Fall eingesetzt werden können. Dafür haben die Projektpartner ein Konzept entwickelt und in den bisher umfangreichsten Inselnetzversuchen in Deutschland erfolgreich in der Praxis getestet: In bis zu drei Kommunen waren bis zu 1.100 Haushalte, 185 Photovoltaikanlagen sowie zwei Wasserkraftwerke und eine Biogasanlage in ein autarkes Inselnetz eingebunden. „Während der Feldversuche war zu jeder Zeit ein stabiler Inselnetzbetrieb möglich“, so Dr. Georg Kerber, Projektleiter bei LVN. „Nun geht es darum, das LINDA-Konzept weiter zu entwickeln, um es in Notfallkonzepte sowie in Netzwiederaufbaupläne zu integrieren.“

    Das LINDA-Konzept dient insbesondere der Notstromversorgung kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder der Wasserversorgung. Diese können mit dem LINDA-Konzept über ein vom regionalen Stromnetz unabhängigen Inselnetz versorgt werden. Bisher wurden etwa Photovoltaikanlagen für die Notstromversorgung nicht genutzt, da diese Anlagen auf ein bestehendes Netz mit einer stabilen Spannungs- und Frequenzvorgabe angewiesen sind. Mit LINDA können solche dezentralen Erzeugungsanlagen nun für die Notstromversorgung erschlossen werden: Ein schwarzstartfähiges Kraftwerk, etwa ein Wasserkraftwerk oder eine Biogasanlage, übernimmt die Rolle des Führungskraftwerks und gibt die Frequenz im Netz vor. Photovoltaikanlagen erkennen so ein bestehendes Netz und beginnen wie im typischen Verbundbetrieb einzuspeisen. Bis auf eine Anpassung des Führungskraftwerks ist dabei keine technische Nachrüstung nötig. Das Konzept lässt sich vergleichsweise gut übertragen. Damit liefert LINDA einen wichtigen Baustein zur Energiewende und Verbesserung der Versorgungssicherheit.

     

    Projekt unter Federführung von LVN

    LINDA wurde unter Federführung von LVN mit Partnern aus Wissenschaft (Hochschule Augsburg, Technische Universität München) und Industrie (Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW), Stellba Hydro GmbH & Co KG, Marquis Automatisierungstechnik GmbH, MTU Onside Energy GmbH, PSI Software AG) entwickelt und umgesetzt.

     

    Ausführliche Informationen zum Projekt LINDA gibt es unter www.lew-verteilnetz.de/projekte.

     

    Die LEW Verteilnetz GmbH sorgt als regionaler Verteilnetzbetreiber für einen zuverlässigen und sicheren Betrieb des Stromnetzes und gewährleistet einen diskriminierungsfreien Netzzugang. Das Netzgebiet der LEW Verteilnetz GmbH umfasst Bayerisch-Schwaben sowie Teile Oberbayerns. Die LEW Verteilnetz GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Lechwerke AG (LEW).
    Weitere Informationen unter www.lew-verteilnetz.de.

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