Bilanz des 10-Millionen-Euro-Energieeffizienzprogramms der Lechwerke
Programm löst Investitionseffekte in der Region von mehr als 17 Millionen Euro aus
Die Lechwerke (LEW) haben von 2008 bis 2010 das umfassende Energieeffizienzprogramm der RWE-Gruppe in der Region umgesetzt. LEW hat dafür rund 10 Millionen Euro investiert. Nun hat LEW eine Bilanz des gesamten Programms gezogen. Drei Teilprojekte hat das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos detailliert ausgewertet. Die Ergebnisse wurden gestern im Rahmen eines Pressegesprächs im LED-Leuchtenkompetenzzentrum von LEW der Öffentlichkeit vorgestellt.
Demnach tragen allein fünf Teilprojekte zu einer Energieeinsparung ein, die einer jährlichen CO2-Erzeugung von 10.745t entspricht. Zum Vergleich: Dies kommt dem jährlichen CO2-Ausstoß von etwa 1.200 Haushalten oder der 2.000fachen Umrundung der Erde mit einem Auto gleich.
Prognos hat für zwei Teilprojekte – die energetische Sanierung kommunaler Gebäude und die Modernisierung der Straßenbeleuchtung in knapp 200 Kommunen – auch untersucht, welche Beschäftigungs- und Investitionseffekte sich daraus ergeben haben. Demnach haben diese zwei Teilprojekte Investitionen in Gesamthöhe von 17,6 Millionen Euro in der Region ausgelöst. Der mit Abstand größte Anteil entfällt dabei mit rund 14 Millionen Euro auf Bau- und Handwerksbetriebe. Die in den zwei Projekten erbrachte Arbeitsleistung entspricht der von rund 250 Arbeitnehmern, die jeweils ein Jahr ausschließlich dafür gearbeitet haben.
Das von der RWE-Gruppe initiierte Energieeffizienzprogramm startete 2008. Die Lechwerke haben es über drei Jahre in Bayerisch-Schwaben, dem Allgäu und Teilen Oberbayerns umgesetzt und um eigene Teilprojekten ergänzt. Das Programm erstreckte sich auf drei Handlungsfelder:
- Aufklärung und Information
- Analyse und Beratung
- Forschung und Entwicklung
Bestandteile waren auch Energieberatungen und Vorträge, die Aktion „Schwaben sparen CO2“, Informations- und Schulungsmaßnahmen für die Wärmepumpentechnik, Energie-Controlling-Software für mittelständische Unternehmen, LED-Projekte in der Straßenbeleuchtung oder auch die Umsetzung des CO2-freien Energiekonzepts für das neue Stadion des FC Augsburg.
„Das Energieeffizienzprogramm hat auf vielen Ebenen angesetzt und sich an alle wichtigen Gruppen gewendet – private Verbraucher, Unternehmen und kommunale Einrichtungen. Wir haben über das Programm einiges für Klimaschutz und Energieeffizienz in der Region erreichen können – in den Köpfen der Menschen, aber auch nachweisbar in der Umsetzung, wie die Bilanz eindrucksvoll belegt. Nun werden wir das Erreichte fortführen und weiterentwickeln“, sagte LEW-Vorstandsmitglied Paul Waning.
„Die energieeffiziente Modernisierung der Straßenlampen in knapp 200 Kommunen im Gebiet der Lechwerke erzielt mit mehr als 4.000t jährlicher CO2-Einsparung einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz“, sagte Marco Wünsch von der Prognos AG, der die Evaluierung der Teilprojekte betreut hat. „Überrascht waren wir davon, dass bei so vielen kommunalen Gebäuden das durch das Programm identifizierte Potenzial für energetische Sanierung bereits erschlossen worden ist – der Anteil liegt bei mehr als 40 Prozent. Rechnet man die bereits fest geplanten Sanierungsmaßnahmen hinzu, ergibt sich sogar eine jährliche CO2-Einsparung von mehr als 9.000t pro Jahr.“
Prognos hat neben dem Projekt „Straßenbeleuchtung“ auch das Teilprojekt „Öffentliche Gebäude und Krankenhäuser“ untersucht. In dessen Rahmen hat LEW in Kooperation mit Ingenieurbüros Energieausweise und energetische Sanierungsmaßnahmen für kommunale Gebäude und Krankenhäuser erarbeitet. Insgesamt wurden in 87 Kommunen 393 Energieausweise ausgestellt, zehn Krankenhäuser haben am so genannten Performance-Check teilgenommen.
Das dritte untersuchte Teilprojekt war der Einsatz einer Software für mittelständische Unternehmen, die damit ihre Energieverbräuche detailliert aufschlüsseln können. Prognos hat die Evaluierung des Programms für alle Unternehmen der RWE-Gruppe durchgeführt, die sich daran beteiligt haben.
Die Lechwerke führen die im Rahmen des Energieeffizienzprogramms angestoßenen Maßnahmen fort und entwickeln sie weiter: So engagiert sich LEW im Bereich der Straßenbeleuchtung für die energieeffiziente LED-Technologie: 2011 nahmen die Lechwerke das erste LED-Leuchtenkompetenzzentrum Süddeutschlands in Betrieb. Im Bereich Gebäudeheizung fokussiert sich LEW neben der Wärmepumpe verstärkt auf Themen wie Mikro-KWK-Anlagen und Betonkernaktivierung in Passivhäusern.
Das Angebot an Energieberatungen im Rahmen von Vorträgen in Kundenforen wird ausgeweitet. Die Lechwerke eröffnen auch zusätzliche Anlaufstellen für die Kunden: die Energiepunkte. Angesichts des Umbaus der Energieversorgung hat LEW die so genannten „smarten Technologien“ auf die Agenda gesetzt – sowohl bei den Verbrauchern als auch was die Steuerung der Stromnetze angeht.
Die LEW-Gruppe ist als regionaler Energieversorger für rund 500.000 Kunden in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig. LEW beschäftigt mehr als 1.700 Mitarbeiter, ist mit 35 Wasserkraftwerken einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern und bietet Dienstleistungen im Bereich der Telekommunikation an. Die Lechwerke AG (LEW) gehört zur RWE-Gruppe.
Bildunterschrift: LEW-Vorstandsmitglied Paul Waning (2. v.r.) und Projektleiter Marco Wünsch von der Prognos AG (2. v.l.) stellten die Bilanz des Energieeffizienzprogramms vor. Königsbrunns 2. Bürgermeisterin Barbara Jaser und Langerringens Bürgermeister Konrad Dobler berichteten exemplarisch über Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, die sie im Rahmen des Programms in ihren Kommunen durchgeführt haben.
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